aquamax
 Unbekannte Algenart (Blaualge?)

Immer wieder tauchen in Aquarien "neue" Algenarten auf, die man auch nach 40 Jahren der Beschäftigung mit diesen interessanten Lebewesen noch nie bewusst wahrgenommen hat. So fand ich anlässlich eines Vortrags in einem Zoofachgeschäft eine dunkel weinrot erscheinende Alge, die auf Steinen einen Teppich zu bilden schien, der dem von Blaualgen (Cyanobakterien) sehr ähnlich sah, bis auf die Färbung. Eine sehr ähnliche Farbe konnte ich bisher nur bei Blaualgen in Meerwasseraquarien finden.

Mein Interesse für diese Alge wurde offensichtlich von vielen Garnelen geteilt. Mehrere Arten waren pausenlos und gierig damit beschäftigt, die Algenteppiche abzuweiden. Mir wurde freundlicherweise ein kleiner Stein mit dem seltsamen Aufwuchs überlassen zur genaueren Untersuchung.

Amano-Garnele beim Abweiden der Algen

Caridina multidentata, die Amano-Garnele, beim Abweiden der flächig wachsenden Alge.

Diverse Garnelen fressen die Algen liebend gern.

Auch meine Garnelen stürzten sich unverzüglich auf den Bewuchs des Steins.

Blaualge_FZ_

Bei dieser extremen Makroaufnahme einer Bruchkante des Steins erkennt man klar die Wuchsform dieser Algen: kleine Büschel oder Pinsel. Man lasse sich aber nicht täuschen - mit den üblichen Pinselalgen (Rhodochorton, bzw. Audouinella), die zu den Rotalgen gehören, haben diese Unbekannten nichts zu tun. Die einzelnen Zellfäden sind unverzweigt, extrem viel kürzer und dünner.

100-fach

Die Büschel oder Pinsel wachsen aus einer meist grünen, kugeligen Basis, sind unverzweigt und sehr dünn. Aufnahme 100-fach.

Einzelner Zellfaden 400-fach

Bei 400-facher Vergrößerung im Phasenkontrast erkennt man, dass die Zellen in einer dünnen Gallertscheide stecken. Bis jetzt fand sich in keinem Präparat eine Verzweigung.

Basis der Büschel

Diese gelb- bis blaugrünen kugeligen Zellen sind offenbar die Basis, aus der die Büschel oder Pinsel heraus wachsen.

Im polarisierten Licht

So sieht ein "Schnitt" bei 400-facher Vergrößerung im polarisierten Licht aus.

Ich werde versuchen, die Algen für weitere Untersuchungen irgendwie zu vermehren. Und selbstverständlich bin ich für Hilfe bei der Bestimmung sehr dankbar.