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Wasserwechsel / Wasserwechsel-FAQ
Wasserwechsel-FAQ
häufig gestellte Fragen und Antworten zum Wasserwechsel
Wie viel, wie oft?
| F: |
Wie viel und
wie oft sollte Wasser gewechselt werden? |
| A: |
Dafür gibt es eine sehr einfache Regel: Je mehr und je häufiger, desto
besser. Es gibt nie zu viel und nie zu oft Wasserwechsel.
Ganz besonders in Notsituationen wie z. B. Nitrit- oder
Ammoniak-Vergiftungen und Krankheiten sollten nicht mehrere kleine,
sondern mehrere sehr große Wasserwechsel gemacht werden, da die höchst
gefährlichen Giftstoffe sowie Bakterien und sonstige Krankheitserreger
genau im gleichen Maß reduziert werden. Dabei sind 80 - 90 % Wasserwechsel
sehr empfehlenswert. |
Durchflussaquarien?
| F: |
Ist ein
permanenter Zu- und Abfluss besser als herkömmliche
Wasserwechsel? |
| A: |
Theoretisch ja,
praktisch in den meisten Fällen nein. Wegen hoher Energiekosten werden
meist Durchlaufmengen eingestellt, die nicht einmal annähernd die
Größenordnung eines "normalen" Wasserwechsels erreichen. Außerdem wird oft
nicht bedacht, dass ja permanent auch Teile des zugeführten Frischwassers
mit abfließen. Bei offenen Aquarien wirkt sich die Verdunstung zusätzlich
negativ aus, denn ein Teil des Frischwassers muss die Verdunstung
ausgleichen. So wird die tatsächlich gewechselte Menge noch einmal kräftig
reduziert. Hier hilft es zum besseren Verständnis, einmal nachzurechnen,
welche Wassermenge tatsächlich pro Woche oder Monat zusammenkommt. So
mancher "Durchflussaquarianer" ist in Wahrheit ein waschechter
"Altwasseraquarianer", ohne es zu ahnen. |
Störende Stoffe, Schwermetalle?
| F: |
Welche Stoffe
im Leitungswasser könnten sich bei einem Wasserwechsel störend oder gar
gefährlich bemerkbar machen? |
| A: |
Die
Trinkwasserverordnung gibt Grenzwerte vor, die eingehalten werden müssen.
Grenzwerte, die über das für Fische und Pflanzen verträgliche Maß
hinausgehen, sind selten zu finden: Chlor und von den berühmt berüchtigten
„Schwermetallen“ das Kupfer. Letzteres wird jedoch meist durch die
hauseigene Warmwasserleitung ins Aquarium verfrachtet. Abhilfe: Nur
Kaltwasser zapfen. Wenn es schnell gehen muss mit dem Wasserwechsel, einen
guten Wasseraufbereiter verwenden oder einen Aktivkohlefilter benützen.
Der Aktivkohlefilter eliminiert katalytisch auch gleich das Chlor, ohne
sich dabei zu verbrauchen. Andere Schwermetalle werden kaum in relevanten
Größenordnungen im Leitungswasser vorkommen. Es ist erstaunlich, wie es
die Industrie geschafft hat, den Aquarianern einzureden, dass aus unseren
Trinkwasserleitungen für Fische ungeeignetes, ja toxisches Wasser
läuft. |
Hartes Leitungswasser
| F: |
Mein
Leitungswasser ist zu hart für meine Fische. Was kann ich tun? |
| A: |
Mit Vollentsalzung
(Ionenaustauschern) und Umkehrosmoseanlagen ist es jederzeit möglich,
nahezu jede gewünschte Wasserzusammensetzung und -Qualität zu
erreichen. |
Umkehrosmose bei kleinen Aquarien?
| F: |
„Lohnt“ es sich
bei meinem kleinen Aquarium, eine Umkehrosmoseanlage
anzuschaffen? |
| A: |
Fische in Aquarien
können sich ihren Lebensraum nicht aussuchen, sondern sind auf Gedeih und
Verderb darauf angewiesen, was wir ihnen bieten. Tiere, die wir uns als
„Liebhaberei“ anschaffen, haben ein Anrecht auf einigermaßen artgerechte
Haltung. Dieser Anspruch besteht grundsätzlich und gilt selbstverständlich
für alle Aquarien, unabhängig von ihrer Größe. Im Gegenteil – gerade in
eigentlich zu kleinen Aquarien muss ganz besonders auf optimale
Wasserverhältnisse geachtet werden, weil sich Fehler in kleinen
Wassermengen viel schneller und gefährlicher auswirken als in großen.
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Weiches Leitungswasser
| F: |
Mein
Leitungswasser ist zu weich für die gewünschten Fische. Was kann ich
tun? |
| A: |
Es gibt im
Fachhandel inzwischen gute Präparate zur Aufhärtung, die ein Wasser
ergeben, das weitgehend dem natürlichen Ionenspektrum
entspricht. |
Nützliche Bakterien?
| F: |
Entferne ich
mit starken Wasserwechseln nicht zu viele nützliche Bakterien aus dem
Aquarium? |
| A: |
Nein. Alle
nützlichen Bakterien brauchen ein Substrat. Sie sind deshalb nicht im
freien Wasser anzutreffen. Alles, was sich dort tummelt, sollte unbedingt
entfernt werden. Also ist ein Wasserwechsel auch zur Senkung der meist
überhöhten Keimzahlen äußerst nützlich. |
Mulm - Bodengrund reinigen?
| F: |
Soll ich beim
Wasserwechsel auch den Mulm absaugen und den Bodengrund mit einer
Mulmglocke reinigen? |
| A: |
Nein! Mulm ist
außerordentlich wertvoll und sollte möglichst im Aquarium verbleiben.
Wasserwechsel heißt NUR Wasserwechsel, also austauschen von verbrauchtem
und belastetem Wasser gegen frisches, unbelastetes Wasser.
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Stress beim Wasserwechsel
| F: |
Sind
unterschiedlicher Wasserstand und notwendiges Hantieren beim Wasserwechsel
in kurzen Abständen nicht unnötiger Stress für meine Fische? |
| A: |
Nach sehr kurzer
Zeit werden Sie feststellen, dass die Fische sich an diese „Störung“
schnell gewöhnen und geradezu auf das Frischwasser warten. Es ist schwer
zu beschreiben, wie sich die Fische offensichtlich über diese
Frischwasserzufuhr freuen. Man sieht ihnen ihr Wohlbefinden nach einem
Wasserwechsel ganz zweifellos an. |
Gasbläschen nach dem Wasserwechsel
| F: |
Ich habe beim
letzten großen Wasserwechsel an Pflanzen, Dekoration, Scheiben und sogar
auf Fischen kleine Gasbläschen entdeckt. Ist das schädlich und wenn ja,
wie kann ich es vermeiden? |
| A: |
Wasser steht in der
Leitung unter erheblichem Druck. Die darin gelösten Gase entweichen,
sobald das Wasser aus der Leitung entnommen wird und der Druck aufgehoben
ist. Das Wasser „entspannt“ sich also. Es ist prinzipiell der gleiche
Effekt, den man beim Öffnen einer Flasche kohlensäurehaltigen
Mineralwassers beobachtet: Das CO2 perlt aus. Besonders stark
tritt dieser Effekt auf, wenn das Wasser des Aquariums und das
Wechselwasser deutlich unterschiedliche Temperatur haben. Man sollte
Wasser direkt aus der Leitung mit einer Handbrause oder mit einer
Schlauchpistole stark verwirbeln, einige Zeit kräftig durchlüften, oder
über Nacht abstehen lassen. Letzteres ist meist nur bei einem relativ
kleinen Aquarium möglich. Auf jeden Fall sollte das Wechselwasser nicht
sehr viel kühler sein Zur besseren Kontrolle der Temperaturentwicklung
beim Wasserwechsel hilft Ihnen die Temperaturberechnung mit der Sie die
Temperaturänderung in Ihrem Aquarium berechnen
können. |
Krankheiten mit Wasserwechsel behandeln?
| F: |
Wie kann
Wasserwechsel bei Krankheiten wie Ichthyo oder Columnaris meinen Fischen helfen? |
| A: |
Auf zweierlei
Weise: Die Verbesserung der Wasserqualität stärkt das Immunsystem der
Tiere. Außerdem werden Erreger (Schwärmer und Bakterien) im freien Wasser
zum genau gleichen Prozentsatz des Wasserwechsels entfernt. 90 %
Wasserwechsel bedeutet automatisch auch 90% weniger Erreger, 90% weniger
Schadstoffe usw. |
Filterreinigung und Wasserwechsel
| F: |
Mir wurde
gesagt, dass es sehr gefährlich sei, Wasserwechsel und Filterreinigung
gleichzeitig durchzuführen. Stimmt das? |
| A: |
Diese komplett
unsinnige „Weisheit“ ist scheinbar nicht auszurotten. Tatsächlich manchmal
auftretende Schwierigkeiten sind ausschließlich darauf zurückzuführen,
dass die Filterreinigung falsch gemacht wird. Es wird ganz einfach zu
gründlich gereinigt und damit der wertvolle Bakterienstamm entfernt oder
vernichtet. Der zufällig gleichzeitig stattfindende Wasserwechsel hat
damit aber überhaupt nichts zu tun. Ganz im Gegenteil – er kann die
schlimmen Auswirkungen der falschen Filterbehandlung abmildern! Es ist
unglaublich, wie lange sich derartig wirre und geradezu gefährliche
Ratschläge halten und von Generation zu Generation unreflektiert
übernommen werden. Es hört sich leider für Einsteiger ungeheuer
„fachkundig“ an, ist aber haarsträubender Unsinn der übelsten Art.
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Kleine oder große Wasserwechsel?
| F: |
Ist es nicht
besser, häufigere und dafür kleinere Wasserwechsel
durchzuführen? |
| A: |
In aller Regel ist
das nicht besser. Aber überprüfen Sie dies am besten selbst mit der
Wasserwechselberechnung, bei der Sie sich auch
Alternativen berechnen lassen können. |
Wasserzusätze
| F: |
Es gibt im
Handel Wasserzusätze, die es laut Hersteller möglich machen, die
Wasserwechsel gefahrlos auf 1 x pro Halbjahr zu reduzieren. Wie ist das
möglich? |
| A: |
Es ist eben nicht
möglich, jedenfalls nicht gefahrlos. Diese Mittel wurden seit ihrem
Auftauchen in zahlreichen seriösen Versuchen getestet. Es stellte sich
eindeutig heraus, dass die Krankheitsanfälligkeit zunahm und die
Mortalitätsrate signifikant gegenüber Kontrollgruppen stieg. Leider können
diese Ergebnisse aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht veröffentlicht
werden. Geschäft steht hier also eindeutig über dem Tierschutz, aber das
ist ja leider keine ganz neue Erkenntnis. |
Altwasseraquarien
| F: |
Was ist von
einem „Altwasseraquarium“ zu halten? |
| A: |
So genannte
Altwasseraquarien können funktionieren, aber sie sind ohne Wenn und Aber
etwas für Spezialisten mit außerordentlich viel Erfahrung, die sehr genau
wissen, was sie tun und wie gegebenenfalls auf Störungen zu reagieren ist.
Leider glauben viele Aquarianer, dass es genügt, einfach gar nichts mehr
am Aquarium zu tun, um zu einem perfekt funktionierenden Altwasseraquarium
zu kommen. Ein meist verhängnisvoller Trugschluss mit fatalen Folgen für
die Fische! Es steht fest, dass es nahezu unmöglich ist, aus heute
üblichen Aquariensystemen mit leider ebenso üblichem Fischbesatz ein
funktionierendes Altwasserbecken zu machen. Andererseits muss aber auch
gesagt werden, dass der „Versuch Altwasseraquarium“ in der Praxis von
zahllosen Aquarianern immer wieder aufs Neue unternommen wird: Von all
denen, die geheimnisvollen Tröpfchen, Nitrat- und Phosphatentfernern,
Algenmitteln und Medikamenten gegen alle möglichen Krankheiten mehr
vertrauen als der natürlichsten aller Methoden, dem häufigen, starken
Wasserwechsel. Die Zahl der nach einem Jahr aufgebenden Aquarianer ist
dementsprechend unglaublich: Etwa 80 % der Neueinsteiger geben im ersten
Jahr ihr neues Hobby frustriert wieder auf. |
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