|
Wasserwechsel Teil 2
Wasserwechsel im AquariumErste Voraussetzung zum Verständnis alles weiteren in diesem zweiten Teil:
Erste Feststellungen zum Verständnis alles weiteren: Die Wasserqualität verändert sich in einem mit Tieren und Pflanzen besetzten Aquarium ohne geeignete Korrekturen in zweifacher Weise negativ.
Diese negativen Veränderungen sind weder durch raffinierteste Filtertechnik, noch durch Pülverchen, Pillen oder Tröpfchen auszugleichen. Manche Spezialisten wollen Aquarianer sogar glauben machen, dass es völlig easy sei, die Balance, also das Gleichgewicht (zwischen was eigentlich?), durch wöchentliche Zugabe einiger Tropfen ihres Wunderelixiers bis zu einem halben Jahr ohne Wasserwechsel, zu halten. Auch Ionenaustauscher (so genannte Nitratfilter), Ammonium/Ammoniak-Entferner, Phosphat adsorbierende Mittel usw. sind Notbehelfe, die nur vorübergehend den einen oder anderen Schadstoff entfernen, bzw. ihn durch andere, teilweise noch problematischere Stoffe ersetzen. Teilweise haben solche Spezialfiltermedien auch ganz handfeste Nachteile. Bei vielen Phosphat-Adsorbern wird als harmloseste Nebenwirkung eine drastische Erhöhung der Karbonathärte festgestellt. Die Wasserqualität wird in einem mit Fischen besetzten Aquarium mit Sicherheit nicht besser, sondern schlechter. Deshalb ist die beste, effektivste und einfachste Lösung der entstehenden Probleme, möglichst oft möglichst viel Wasser zu wechseln.
Dieses Diagramm zeigt die Berechnung für ein 200 Liter fassendes Aquarium
bei 15 mg/l Nitratanstieg
Erst bei sehr häufigen, starken Wasserwechseln (alle 3 Tage 150
Liter) gelingt es, die Werte Leider wird sehr oft vom Teilwasserwechsel gesprochen, wobei stets das "Teil" besonders betont wird. Dies suggeriert vielen Einsteigern automatisch, dass es wichtig ist, nur einen kleinen Teil des Wassers zu wechseln. Dabei kommt doch kein vernünftiger Mensch auf die Idee, bei einem Wasserwechsel die Fische trockenzulegen. Folglich ist diese Betonung unnötig und sollte vermieden werden. Die tägliche Beratungspraxis zeigt mehr als deutlich, dass sehr vielen Aquarianern regelrecht Angst vor häufigen und starken Wasserwechseln eingejagt wird, was einfach unverantwortlich ist. Die Natur zeigt es seit Urzeiten: Permanenter Wasseraustausch, also Abtransport von Schadstoffen und Belastungen auf der einen Seite und Zufuhr wichtiger Nährstoffe ohne Unterbrechung auf der anderen, sind das Prinzip. Warum übernimmt man ein derartig erfolgreiches Konzept nicht für das Aquarium? Immer wieder wird an Begriffen herumgemäkelt - ist es aber wirklich wichtig, ob Nitrat und Phosphat nun "Wasserbelastungen", "Wasserverunreinigungen" oder "Schadstoffe" sind? In Naturgewässern, die noch vollständig intakt sind, findet man beide nur in winzigen Spuren. Es ist ohne große Mühe und Aufwand möglich, beide unter Kontrolle zu halten. Eben gerade und ideal mit von Anfang an großzügigen, häufigen Wasserwechseln. Es ist ganz einfach unnötig, ewige Diskussionen darüber zu führen, ab welchen Grenzwerten Schäden bei Fischen und Pflanzen zu erwarten, welche Werte noch zumutbar sind und ab welchen Werten man mit Algen rechnen muss. Ist der Wasserwechsel ausreichend, sind all diese Fragen überflüssig und man mutet den Fischen nicht zu, mit den Gegebenheiten irgendwie zurecht zu kommen, sondern bietet ihnen wenigstens einigermaßen artgerechte Haltungsbedingungen. An dieser Stelle noch einmal der Hinweis, sich mit der Berechnung zum Wasserwechsel zu befassen: Berechnung Hier geht es zum Wasserwechsel-Ratgeber für die Praxis: Wasserwechsel - aber richtig. |