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 Karstquellen / Brenzursprung

In Königsbronn (Ostalb) findet man den Ursprung der Brenz, die nach 55 km ihres Laufs bei Lauingen in die Donau mündet. Der Brenztopf ist eine der reizvollsten und schönsten Karstquellen der Region. Zwischen Oberkochen und Königsbronn verläuft die Europäische Wasserscheide: Der in Oberkochen entspringende Kocher ("Schwarzer Kocher") fließt in Richtung Rhein und Nordsee ab, die Brenz zur Donau und zum Schwarzen Meer.

Malerisch gelegen: Der Brenztopf

Bild 1: Der Brunnen ist auch Wappenfigur von Königsbronn.

Der Brenztopf - Brenzursprung

Bild 2: Optisch eine der schönsten Karstquellen mit tiefblauem Wasser - der Brenztopf in Königsbronn. Die intensive Blaufärbung entsteht durch die Lichtstreuungseigenschaften des stark kalkhaltigen Wassers.

Der Brenzursprung, schematisch dargestellt

Bild 3: Der Brenzursprung in Zahlen. Die unterschiedlichen Temperaturen (7 °C hier und 8,5 °C bei meiner Messung) dürften weniger mit dem Klimawandel, sondern eher mit dem genauen Messpunkt zusammenhängen.

Betrachten wir den Brenztopf einmal als großes Aquarium:

Inhalt in Litern 1.200.000
Quellschüttung (Zufluss) in Litern pro Tag (24 h) 1.200 x 60 x 60 x 24 = 103.680.000
Gesamter Wasseraustausch pro Tag 103.680.000 / 1200.000 = 86,4 mal

In diesem "Aquarium" finden also täglich rund 86 Totalwasserwechsel statt. "Durchschnittsaquarianer" wechseln dagegen alle 14 Tage ein Viertel bis ein Drittel des Aquarieninhalts. "Altwasseraquarianer" bringen es auf 50 % alle 6 Monate.

Stromerzeugung am Brenztopf

Bild 4: Die Quelle wird auch zur Stromerzeugung genutzt.

Messwerte am Brenztopf

pH-Wert

6,9

Karbonathärte °dH

11

CO2 (berechnet) mg/l

45

Elektr. Leitfähigkeit µS/cm

402

Sauerstoffgehalt O2 mg/l

10,9

Nitrat NO3- mg/l

17,8

Phosphat PO43- mg/l

0,42

Temperatur °C

8,5

Die eigentliche Quelle

Bild 5: Die Wasserproben konnten leider nicht unmittelbar am Wasseraustritt entnommen werden. Der hohe Gehalt an CO2 sorgt offensichtlich für ein prächtiges Pflanzenwachstum. Von den relativ hohen Werten der Makronährstoffe Nitrat und Phosphat profitieren allerdings auch immer mehr Algen.

Hippurus vulgaris in der seltenen submersen Form.

Bild 6: Großer Bestand von Hippurus vulgaris

Üppiger Pflanzenbestand

Bild 7: Die beiden Bilder 6 und 7 zeigen einen üppigen Bestand an Hippurus vulgaris, dem Tannenwedel, in der seltenen, rein submersen Form.

Die Aufnahmen 6 und 7 stammen vom 22.10.2006. Nur wenige Algen sind zu sehen. Im November 2006 fanden "Mäharbeiten" statt. Dabei wurden große Mengen der als "bedroht" eingestuften Pflanzen* entfernt.

Den "Erfolg" dieser "Mäharbeiten" zeigen die folgenden Bilder vom 13.05.2007 und 24.08.2007:

Ein Großteil der Tannenwedel wurde entfernt.
Bild 8

Algen
Bild 9

Dicke Algenschwaden begraben die Tannenwedel unter sich.
Bild 10

Algen
Bild 11

Algen

Bilder 8-12: Durch das nährstoffreiche Wasser und die stark dezimierten Wasserpflanzen breiten sich Algen kräftig aus.

Immer mehr Algen bedrohen den Pflanzenbestand.
Bild 13

Nur noch wenige Pflanzen sind einigermaßen frei von Algen.
Bild 14

Die abgerissenen Pflanzen werden am Rechen aufgehalten und können bequem entfernt werden.
Bild 15

Im September 2007 scheinen sich die Befürchtungen zu bestätigen - die Algen gewinnen langsam die Oberhand (Bild 13). Nur noch ein geringer Teil der Pflanzen ist einigermaßen frei von Algen (Bild 14). Dabei wäre es ganz einfach und mit geringstem Aufwand machbar: Die zu groß gewordenen Pflanzen lösen sich irgendwann von selbst vom Untergrund und werden von der Strömung an den Rechen getrieben, wo man sie mühelos absammeln kann (Bild 15). Ein schädlicher Kahlschlag wäre absolut unnötig, der Pflanzenbestand könnte sich erholen und somit die Algenplage wieder eindämmen. Nicht zuletzt könnten damit auch Kosten gespart werden.

Wasserhahnenfuß nach dem Brenztopf.

Bild 16: Die üppigen Pflanzenbestände (Ranunculus trichophyllus (?), Wasser-Hahnenfuß) sind ebenfalls bereits von massiven Algenpolstern durchzogen.

Gemächlich fließt die Brenz in Richtung Itzelberg.

Bild 17: Gemächlich fließt die Brenz in Richtung des aufgestauten Itzelberger Sees.

Die Brenz vor dem Eintritt in den Itzelberger See.

Bild 18: Wunderschöne Flusslandschaft vor dem Eintritt zum Itzelberger See im frühen Herbst.

Der Itzelberger See.

Bild 19: Die Brenz fließt durch den Itzelberger See.

Schwan am Itzelberger See.
Bild 20

Algen breiten sich aus.
Bild 21

Schwäne, Enten und Blesshühner bevölkern zahlreich den Itzelberger See. Die Fütterung mit Unmengen von Brotresten belastet das Gewässer nach den erheblichen Sanierungs-Anstrengungen der umliegenden Kommunen in den vergangenen Jahren erneut. Höhere Wasserpflanzen gibt es im See noch viel zu wenige.

Begleiten wir die Brenz noch ein Stückchen ihres Weges, nach Heidenheim. Sie fließt durch das Gelände der Landesgartenschau 2006, dem heutigen "Brenzpark".

Im Brenzpark, Heidenheim

Bild 22: Trotz erkennbar guter Ansätze ...

Im Brenzpark Heidenheim
Bild 23

Im Brenzpark Heidenheim
Bild 24

Algen im Brenzpark Heidenheim
Bild 25

... scheinen die wassergärtnerischen Ambitionen noch nicht durchgehend von Erfolg gekrönt zu sein.

Brenz mit Blick auf Schloss Hellenstein in Heidenheim.

Bild 26: Mit diesem Blick auf Schloss Hellenstein in Heidenheim verlassen wir die Brenz. Der nächste Beitrag zu den Karstquellen führt an den Kocher mit seinen beiden Quellen "Schwarzer" und "Weißer" Kocher in Ober- und Unterkochen.


* "Farbatlas Wasser- und Uferpflanzen", Hans-Dieter KRAUSCH, Ulmer