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 Thermalquellen - Villach-Warmbad

Thermalquellen sind Aquarianern nicht unbedingt als Gewässer von aquaristischem Interesse bekannt. Doch es gibt Ausnahmen, wie dieser Bericht zeigen wird.

Am Fuße der Karawanken und Karnischen Alpen liegt das Warmbad-Villach

In Kärnten, dem südlichsten Bundesland Österreichs, finden nicht nur Kurgäste und Erholung suchende Touristen am Fuße der Ostalpen ihre Ziele. Villach bietet auch Aquarianern eine kleine Sensation. Im Ortsteil Villach-Warmbad wird eine Thermalquelle im Kurbetrieb genutzt. Der aus den Thermen abfließende Bach enthält mittlerweile über eine längere Strecke mit einer Wassertemperatur um ca. 25 °C einige Arten tropischer Wasserpflanzen und Fische, die jeweils von Aquarianern dort ausgesetzt wurden.

Pistia stratiotes, Shinnersia rivularis und Vallisneria spiralis

Pistia stratiotes, die Muschelblume, Shinnersia rivularis, das Mexikanische Eichenblatt und Vallisneria spiralis, die glattblättrige Vallisnerie, im abfließenden Wasser aus den Thermalquellen. Obwohl mir der Bach durch einen Vortrag bereits bekannt war, konnte ich diese unglaubliche Menge tropischer Pflanzen kaum fassen. Man fühlt sich augenblicklich mehrere tausend Kilometer in die Tropen versetzt bei einem derartigen Anblick.

Der Bach mit seinem üppigen Bewuchs

Leider waren wegen der knapp bemessenen Zeit nur rund 300 Meter des Bachverlaufs zu besichtigen. Doch dieser Besuch war mit Sicherheit nicht der letzte.

Die Muschelblume, Pistia stratiotes

Muschelblumen und Vallisnerien

Romantische Blickwinkel mit Tropen-Feeling ...

Parameter Wert
O2 5,7 mg/l = 68 %
pH-Wert 6,85
pH-Wert belüftete Probe 8,34
Karbonathärte 21 °dH
CO2 unbelüftet / belüftet 96 mg/l (!) / 3 mg/l
El. Leitfähigkeit 657 µS/cm
NO3- 4,6 mg/l
PO43- 0,25 mg/l
Fe 0,004 mg/l

Trotz 96 mg/l CO_2 putzmuntere Fische.

Trotz dieser ungewöhnlichen Wasserwerte tummeln und vermehren sich putzmuntere, flinke tropische Fische im Bach. Inzwischen werden nicht mehr nur überzählige Fische aus den Aquarien im Bach "entsorgt", sondern es wird auch kräftig gefischt. Leider war eine eigene Feststellung der Arten aus Zeitgründen nicht möglich.

Hier beginnt der frei zugängliche Teilabschnitt

Hier beginnt der frei zugängliche Abschnitt des Baches. Davor liegt ein Golfplatz.

Grünes Gold - Vallisnerien

Die Muschelblume

Shinnersia rivularis, das Mexikanische Eichenblatt

Shinnersia rivularis

Die bei diesem Kurzbesuch gefundenen Arten waren: Pistia stratiotes, Shinnersia rivularis, Vallisneria spiralis und V. gigantea, Limnobium laevigatum (?) und Riccia fluitans. Außerdem sollen in weiteren Abschnitten Echinodorus- und Cryptocorynen-Arten vorhanden sein.

Vallisneria so weit das Auge reicht ...

Vallisnerien finden hier offensichtlich Idealbedingungen. Bei 96 mg/l CO2 ist natürlich von der sonst oft zu beobachtenden biogenen Entkalkung nichts zu sehen. Erstaunlich sind jedoch nicht nur die Wasserwerte, sondern auch die ungewöhnlichen Lichtverhältnisse. Der Baumbestand am Bachlauf lässt an einigen Stellen mit dichten Wasserpflanzenbeständen um 17:00 Uhr bei strahlendem Sonnenschein nicht mehr als ca. 200 Lux bei den Pflanzen ankommen (umgerechnete Kamera-Belichtungswerte).