|
Kallusbildung bei Wasserpflanzen
Hygrophila corymbosa wird normalerweise wie viele andere Aquarienpflanzen emers (über Wasser) kultiviert. Die Vermehrung geschieht durch das Schneiden von Stecklingen. Der Schnitt ist allerdings eine Verletzung der Pflanze, auf die sie in seltenen Fällen unter ganz bestimmten Bedingungen beginnt, die Wunde mit Kallusgewebe zu verschließen. Kallus kommt vom lateinischen callum = dicke Haut, Schwiele.
An diesen Blattausschnitten eines älteren Blattes wird es sichtbar: Es bildet sich Kallusgewebe, das zu einer "Überwallung" und damit zu einer Blattspannung führt, unter der sich dann die Ränder derartig einrollen.
Die mikroskopische Aufnahme zeigt, wie sich allmählich das Gewebe über die Blattunterseite ausbreitet. Es ist jedoch kein krankhafter Vorgang, sondern eine eigentlich völlig normale Reaktion der Pflanze auf Verletzungen. Die gute Nachricht: Wundkallusbildung findet nur bei bestimmten Pflanzen, nur unter ganz bestimmten Bedingungen und soweit wir wissen, nur emers und nicht submers statt. Da H. corymbosa emers vermehrt, bei Aquarianern aber submers weiterkultiviert wird, hört der Prozess bei den sowieso neu zu bildenden submersen Blättern auf. Es ist also nur eine vorübergehende Erscheinung. Dieser Fall ist wieder ein wunderschönes Beispiel dafür, dass die schon fast reflexartige Suche nach irgend einem fehlenden Nährstoff oder einer krankmachenden Substanz ganz schön irreführend sein kann. |
||