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2. Testbericht Seemandelbaumrinde
Herr Haase aus Meine schrieb uns in seinem Testbericht: Die Wirkung der Seemandelbaumrinde zu testen war für mein Aquarium ein
optimaler Zeitpunkt. Bei einigen Fischen wie den Blauen Neons, Copella nattereri
und Otocynclus war so etwas wie eine bakterielle Infektion zu erkennen. Zu
erkennen war an den Neons und Copellas eine Hauttrübung, Schleimüberproduktion,
etwas abstehende Schuppen und rot entzündete Stellen am Flossenansatz der
Copellas. Bei den Otocynclus war nur die Entzündung zu sehen die sich besonders
stark im Maul zeigte. Nach Recherche im Internet kam so einiges in Frage, wie z.
B. Samtkrankheit, Columnaris, Hautnekrose, oder Costia necratix, was parasitär
wäre.100%ig bestimmen konnte ich aber die Krankheit(en) nicht. Des Weiteren bot
sich bei mir auch die Beobachtung der Wirkung gegen Grün- und Blaualgen an. Hier
stellte sich aber letztendlich heraus, dass es ein Nährstoffproblem war.
Hauptsächlich waren die kaum vorhanden Mengen an Nitrat und Phosphat dafür
verantwortlich.
Tag 3: Die Färbung ist wirklich stark, das Wasser entwickelte einen
Urin-ähnlichen Geruch. Wasserwerte wie NO2-, NO3-, PO43-, pH, GH, KH, Fe wurden
gemessen, alles blieb unverändert. Der wöchentliche Wasserwechsel von rund 50 %
wurde durchgeführt. Tag 22. Der übliche 50% Wasserwechsel, Wasserwerte weiterhin unverändert. Die Fische sehen alle geheilt aus, ein Blauer Neon hat fast die Farbe verloren, verhält sich aber normal.
Tag 26: Ende des Tests. Alle Fische sind wohlauf, der jetzige Blaue "Albino" Neon zeigt immer noch ein normales Verhalten, an Neonkrankheit glaube ich nicht. Auch andere Neons hatten eine leichte Farbstörung, die aber während der Behandlung nicht weiter fortgeschritten ist.
Fazit: Saugende Bodenfische wie Otocynclus, Peckolita, Ancistrus und die Garnelen haben kein Interesse an der Rinde gezeigt oder sich daran gestört. Hinsichtlich der Grün- und Blaualgen konnte ich keine Wirkung
feststellen. Anmerkungen von aquamax, Bernd Kaufmann: Herzlichen Dank an Herrn Haase für diesen ausführlichen Testbericht! Der festgestellte Geruch des Wassers wurde bisher in keinem anderen Testbericht erwähnt und auch von uns in keinem der zahlreichen Versuche wahrgenommen. Bei starker Überdosierung in Probegefäßen hatte das Wasser einen eher erdigen Geruch. Aber Geruchswahrnehmungen sind manchmal sehr subjektiver Natur. Eventuell stammte dieser Geruch auch von den vorhandenen Blaualgen, die meist intensiv und unangenehm riechen. Zur aktiven Grünalgenbekämpfung kann die Rinde selbstverständlich nicht eingesetzt werden. Die durchaus als intensiv zu bezeichnende bakterienhemmende Wirkung wird allerdings in mehreren Testberichten bestätigt. In eigenen Versuchen konnten eindeutig an bakteriellen Infektionen erkrankte Fische geheilt werden. Aus diesen Erfahrungen leiten wir auch die Vermutung einer Hemmung von Cyanobakterien (Blaualgen) ab. Allerdings ist es auch klar, dass Bakterienhemmung alleine nicht ausreicht. Wir empfehlen Herrn Haase, den bereits eingeschlagenen Weg, schnellwüchsige Pflanzen zu verwenden und starke Wasserwechsel zu machen, konsequent weiter zu verfolgen, um sein Algenproblem zu lösen. |