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 7. Testbericht Seemandelbaumrinde
Jaroslaw Minol aus dem Saarland schrieb uns:

Wie angekündigt, kommt mein Testbericht mit etwas Verspätung.
Ich komme also direkt zur Sache.

Bild 1

Größe des Beckens: 150 cm x 50 cm x 50 cm = 375 Liter

Fischbesatz: 1 männlicher + 1 weiblicher Schmetterlingsbuntbarsch, 1 männlicher + 2 weibliche Apistogramma agassizii, 6 Siamesische Rüsselbarben, 10 Otocinclus, 1 Botia lochochatia (Netzschmerle)

Bepflanzung: 15 diverse Pflanzenarten

Boden: Rheinsand - selbst gewaschen

Beleuchtung: 2 x 38 Watt Juwel mit Reflektoren - 12 Std. am Tag (von 8 - 13 Uhr und von 16 - 23 Uhr)

Filterung: HMF 50 cm x 50 cm x 3 cm mit Eheim Headpumpe

Rückwand: Schaumstoff

Düngung: GULA Flüssigdünger + CO2-Düngung (Dennerle pH-Controller Professional)

Wasserwechsel: 1 x wöchentlich 70 %.

Während der Testperiode habe ich vereinbarungsgemäß auf Buchen-, Eichenlaub und Torfzugabe verzichtet.

Meine Leitungswasserwerte: KH 3, pH 8,2,  NO3- 12,5 mg/l

Im Laufe der Testphase gemessene Wasserwerte : KH 3 - 4, pH 6,6 - 6,7 (Dennerle pH-Controller mit CO2-Zugabe), GH 7, NO2- - 0, NO3- - 10 - 12,5 mg/l, NH3, NH4 - 0.

Bild 2

Testverlauf:

1. Tag - 18.08.2007 - Samstag 15 Uhr - 70 % Wasserwechsel - ich spülte 80 % der Rinde unter fließendem Wasser und legte sie ins Aquarium. Nach ca. 30 min sank die gesamte Menge zu Boden. Im Tagesverlauf kam es zu immer stärkerer Trübung des Wassers. Um 23 Uhr habe ich die Wasserwerte überprüft - konnte jedoch nichts  Beunruhigendes an den Wasserwerten feststellen. Alle Buntbarsche schwammen jedoch oben, Otocinclen kamen senkrecht auf die Wasseroberfläche um Luft zu holen, Botia war nicht zu sehen. S. Rüsselbarben lagen ruhig am Boden. Ich habe mich entschlossen, wieder 70 % Wasser zu wechseln.

2. Tag - 19.08.2007 - Sonntag - 10.00 Uhr - Das Wasser war kristallklar, aber die Fische atmeten weiterhin schwer. Es folgt 70 % Wasserwechsel. Gegen Abend kommt es zur Beruhigung der Lage. Fische nehmen jedoch kein Futter auf.

3. Tag - 20.08.2007 - Montagnachmittag - Fische o.k., mit Ausnahme eines Ramirezi Weibchens - es war spurlos verschwunden. Das Männchen sieht nicht gut aus. Für die Rinde interessiert sich kein Fisch. Nach der Fütterung mit dem Gefrierfutter wird sie nur von den Otos abgetastet.

Bild 3

4. Tag - 21.08.2007 - Ein Ramirezi Männchen liegt tot am Bodengrund. Ansonsten alles o.k.

7. Tag - 25.08.2007 - 70 % wöchentlicher Wasserwechsel - die restliche Rinde kommt nach kurzem Abspülen ins Becken. Bis zum Testende gibt es keine Probleme mehr.

Mein Fazit:

Ich konnte durch eingesetzte Rinde keinerlei Änderungen der Wasserwerte messen. Wasser war geruchlos und kristallklar - abgesehen von der starken Trübung beim Testbeginn. Im Großen und Ganzen konnte ich weder was Positives noch Negatives beobachten.

Die anfänglichen Probleme wurden durch die zu hohe Dosierung verursacht und dürfen nicht als negativ beurteilt werden. Da bei mir Algen nur in Spuren zu finden sind kann ich auch in dieser Beziehung nichts berichten. Das gilt auch für meine gesunden Fische.

Bild 4

Ab kommendem Wasserwechsel kommt wieder Eichen und Buchenlaub ins Aquarium rein und zusammen mit der Rinde wird das Becken neu gestaltet.

Ich habe auch vor, einen großen Schwarm Phantomsalmler zu besorgen und mit selbstgesammelten Erlenzapfen zu experimentieren.

Bild 5

Ich bedanke mich noch mal recht herzlich für Ihr Vertrauen und die Ermöglichung der Teilnahme an dem Test. Ich werde auch weiterhin gerne die aquamax Webseite besuchen und freue mich auf den Newsletter.


Anmerkungen von aquamax, Jens Kaufmann:

Die potenziellen Probleme bei einer zu hohen Dosierung der Rinde wurden bereits in anderen Testberichten  angesprochen. Mittlerweile können wir, auch dank der aufmerksamen Testteilnehmer, eine sichere und gute Dosierung empfehlen.

Positive Wirkungen der Rinde mit „bloßem Auge“ zu beobachten ist gerade in einem perfekt eingefahrenen Aquarium wie es Herr Minol betreibt, sehr schwierig bis unmöglich. So ist eine antibakterielle Wirkung natürlich nur dann zu beobachten, wenn auch Aquarienbewohner an einer bakteriellen Infektion leiden. Die rein vorbeugende Wirkung entzieht sich natürlich der Beobachtungsmöglichkeit.

Ansonsten gilt: Wahre Schönheit liegt immer im Auge des Betrachters - so kann die Rinde je nach Geschmack mit anderen Hölzern, Blättern, Zapfen kombiniert werden. Nur Vorsicht vor Überdosierung: Es sind auch in Erlenzapfen, Eichenlaub und dergleichen Gerbstoffe enthalten, wenngleich auch nicht so wirksam. Wer ganz sichergehen will und damit hauptsächlich dekorieren möchte, legt zumindest einen Teil der Materialien vorher und über Nacht in einen Eimer Wasser.