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Wasserwechsel - aber richtig

Folgende Parameter sind für einen vernünftigen Wasserwechsel, der den Aquarienbewohnern zuträglich ist, zu beachten:

  1. Temperatur
  2. Elektr. Leitfähigkeit (wenn möglich!)
  3. Karbonathärte / Gesamthärte
  4. pH-Wert / CO2 Gehalt
  5. Nitrat (NO3-)
  6. Phosphat (PO43-)

Außer diesen Parametern sollten Geruchsproben (Chlor!) und optische Kontrolle (Rost) selbstverständlich sein. Stellt man fest, dass Rost im Leitungswasser ist, genügt es vollkommen, das stehende Wasser aus der Leitung ablaufen zu lassen, bis der Ablauf klar ist.

Bei jedem Verdacht, dass Chlor im Leitungswasser vorhanden sein kann, eine der drei Möglichkeiten nutzen:

  1. Leitungswasser mit hohem Druck in ein größeres Gefäß "schießen" ("Schlauchpistole"), so dass es dabei intensiv durchlüftet wird.
  2. Wasser vor der Verwendung über Aktivkohle filtern, bzw. einen Aktivkohlefilter bereits bei der Entnahme verwenden. Dabei wird Chlor katalytisch entfernt, wobei sich die Kohle nicht verbraucht.
  3. Einen guten Frischwasseraufbereiter verwenden, der Chlor eliminieren kann.

Temperatur

Die Temperaturdifferenz durch den Wasserwechsel darf 1 - 2 °C im Normalfall nicht überschreiten. Damit dies gewährleistet ist, bitte die Temperaturberechnung benutzen. In Ausnahmefällen wie z. B. bei der Zucht von Panzerwelsen, die oft spontan nach einen kräftigen Wasserwechsel mit deutlich kühlerem Wasser ablaichen, dürfen es auch einmal ca. 4 °C sein. Dabei aber unbedingt das kalte Wechselwasser mit Handbrause oder Schlauchpistole kräftig durchlüften.

Karbonathärte / Gesamthärte / pH-Wert / Elektrische Leitfähigkeit

Die Karbonathärte spielt zusammen mit dem CO2 Gehalt die entscheidende Rolle für den pH-Wert. Mit der CO2-Tabelle haben Sie die Möglichkeit, diese Zusammenhänge leicht zu erkennen. Gegebenenfalls muss die Karbonathärte gesenkt oder angehoben werden, um einen gewünschten pH-Wert bei einem vernünftigen CO2 Gehalt zu erzielen. 

Die Gesamthärte ist im oben geschilderten Gefüge weniger wichtig, es sei denn, man benutzt bestimmte Verfahren der Wasserenthärtung, wie zum Beispiel Ionenaustauscher im sogenannten "Neutralaustausch". Hierbei ist das Verhältnis KH : GH wichtig. In natürlichen Wässern ist mit sehr wenigen Ausnahmen die KH geringer als die Gesamthärte. Ausnahmen sind z. B. Malawi- und Tanganjikasee. Werden Fische gehalten, die nicht aus solchen Gewässern stammen, sollte man versuchen, das Wasser für den Wasserwechsel vor diesen "Enthärtungsanlagen" zu zapfen.

Bei konstanten Leitungswasserwerten und Wasseraufbereitung mit Umkehrosmose oder Vollentsalzungsanlagen kann ein Leitfähigkeitsmessgerät hervorragende Dienste leisten. Dazu wird in Kürze ein separater Artikel erscheinen.

Kupfer

Vor allem Garnelen, Krebse, Krabben und Schnecken reagieren extrem empfindlich auf Kupfer im Wasser. Freunde dieser Wirbellosen sollten deshalb diesem Thema große Aufmerksamkeit schenken. Heute werden sowohl Warmwasserleitungen, als auch Leitungen innerhalb von Boilern bevorzugt aus Kupfer sein. Dieses löst sich teilweise in recht gefährlichen Mengen im Wasser, das z. B. über Nacht in den Leitungen steht. Deshalb entweder nur Kaltwasser zapfen und separat erwärmen, oder das in der Leitung stehende Wasser vor der Entnahme ablaufen lassen.

Gasgleichgewicht

Leitungswasser und die darin gelösten Gase stehen unter hohem Druck. Entweicht das Wasser aus der Leitung, "entpannt" es sich und Gase, die über dem Lösungsgleichgewicht enthalten waren, perlen aus. Besonders schnell geschieht dies, wenn das Wasser rasch erwärmt wird, denn warmes Wasser kann weniger Gase lösen. Im Aquarium entstehen an Einrichtungsgegenständen, Scheiben, Pflanzen und letztlich auch an und in Fischen feine Gasbläschen. Im Extremfall entsteht so die bekannte Gasblasenkrankheit der Fische, die sie nicht selten auch das Leben kosten kann. Auch die "Frischwasserallergie" wird unter anderem diese Ursache haben. Deshalb immer vorher das Wasser temperieren und möglichst gut durchlüften.

Die Tabelle stellt richtigen und falschen Wasserwechsel in Stichworten noch einmal gegenüber:

Richtiger Wasserwechsel Falscher Wasserwechsel
Das Wechselwasser ist von seinen grundsätzlichen Werten her für die Fische und Pflanzen geeignet. Das Wechselwasser weicht in seinen Grundwerten deutlich von den natürlichen Ansprüchen der Tiere und Pflanzen ab.
Härte, Temperatur und pH-Wert werden vor dem Wasserwechsel weitgehend angeglichen. Der Temperaturunterschied vor und nach dem Wasserwechsel beträgt mehr als 2 °C. pH-Schwankungen im Gesamtsystem übersteigen 0,3 pH.
Bei Entnahme temperierten Wassers aus der Leitung grundsätzlich einige Liter ablaufen lassen, dann erst verwenden. Das Wechselwasser wird aus der nicht gespülten Warmwasserleitung gezapft (Kupfer!).
Bei leisestem Verdacht auf Chlor im Leitungswasser unbedingt einen guten Wasseraufbereiter zusetzen, einige Zeit stark durchlüften oder Wasser abstehen lassen. Auch bei starken Wasserwechseln wird niemals Wasseraufbereiter verwendet, denn "da war noch nie was!".
Bei normal besetzten Aquarien mindestens 50 % Wasserwechsel pro Woche, mehr und öfter ist nicht schädlich, sondern wirkt sich sehr positiv aus. Nach langer Wasserwechselabstinenz wird plötzlich extrem viel Wasserwechsel gemacht.
Das Wechselwasser soll "entspannt" sein, damit sich keine Bläschen bilden (Gasblasenkrankheit). Das Wechselwasser wird (zu kalt und zu schnell) direkt aus der Leitung ins Aquarium geleitet, so dass sich überall kleine Luftbläschen bilden.